Aktionstag für die Freilassung der "Cuban Five"

Bericht von Elisabeth Dietze

Der Aktionstag für die Freilassung der "Cuban Five" am 16. März 2013 war ein gelungener Tag.

Wenn auch Wind und Kälte die Aufstellung von Transparenten nicht voll zuließen, so erlebten alle Mitwirkenden und das Publikum über mehrere Stunden eine sehr informative und solidarische Veranstaltung vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin.

Vier Stunden lang gab es ein Programm mit internationalen Künstlern und Rednern, die sich zu einem Bündnis für die Befreiung der "Cuban Five" in Berlin zusammengeschlossen hatten und dort aus Anlass des Tages des politischen Gefangenen am 18. März auftraten.

Es war schon beeindruckend, mit welchem Engagement die 18 Bündnispartner diesen Tag mitgestalteten. Die verhinderten Künstler hatten sogar Grußbotschaften geschickt.

Vor Ort waren Künstler wie Mauro aus Peru mit seinen Texten und seiner Musik, Patricia aus Chile, Tobias Thiele für Cuba Sí", Frank Viehweg, Berliner politischer Liedermacher (der sogar a capella sang), TINKUNAKU und der Sänger Nicolas Rodrigo Miquea, die Lateinamerika vertraten. Es war für sie Herzenssache, nicht nur für die "5" zu musizieren, sondern auch persönliche Worte für sie zu finden.

Zu den Rednern gehörten Michael Czech von der DKP Berlin, Edgar Göll vom Netzwerk-Cuba, Elisabeth Dietze vom Komitee ¬°Basta ya!, die insbesondere auf die aktuelle Information zum Fall einging: wie die Verlegung von Ramón in ein anderes Gefängnis und die grausame Isolation von René. Sie verlas ihren letzten Brief von Gerardo, der Dankesgrüße an alle Freunde in Deutschland mit einer kräftigen Umarmung übermittelte, und machte auf sein Schicksal aufmerksam. Sie betonte, dass es politische Prozesse seien und dass man damit insbesondere das kubanische Volk treffe.

Die "Rote Hilfe" sprach über mehr als 2.000 politische Gefangene in den USA, ging insbesondere auf die Cuban 5" und Mumia Abu Jamal ein und erinnerte uns an noch weitere politische Gefangene.

Es sprachen noch ein Vertreter von Ver.di, von der SDAJ, ARAB und José Conde vom Komitee der in Deutschland lebenden Kubaner "La Estrella". Alle Redner gingen eindrucksvoll auf die Schandurteile der Fünf ein und verurteilten die US-Politik und ihre Justiz.

Beeindruckend waren auch die Worte der Grußbotschaft von der Kommunistischen Partei Irlands, die von dem Iren Hermann Baur vorgetragen wurden. Er ist Mitglied der KP Irish Workers.

Ein Vertreter von "Free Mumia Abu Jamal", Berlin, schilderte dessen gegenwärtige Situation, zog Parallelen zu den "Cuban Five" und betonte noch einmal die politischen Hintergründe. Er verlas einen Brief von Mumia an den Aktionstag.

Die Inhalte der Redner ähnelten sich zwar, denn sie waren sich in ihrem Protest einig, aber das machte nichts, weil das Publikum vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor aus Tausenden von Besuchern und Touristen ständig wechselte.
Die Besucher blieben oft stehen. Einige gaben ihre Unterschrift für die Freilassung der Fünf und sehr viele nahmen Informationsmaterial mit.
Insbesondere wurde die aktuelle "Chronologie im Fall der 'Cuban Five'" in allen 3 Sprachen mitgenommen.
Aufmerksam erregten der symbolische Käfig mit den darin nachgebildeten "Cuban Five". Karten an Obama fanden dagegen weniger Zuspruch, dafür gab es einige Teilnehmer, die trotz Kälte und Wind Karten für 4 der 5 Helden malten, die dann an Leinen aufgehängt wurden und an das Internationale Komitee weitergeleitet werden. Mehrere Leute bedauerten, dass sie René keine Karte schreiben könnten, weil er ja von der internationalen Solidarität abgeschnitten sei und in seiner Situation unseren Zuspruch sehr benötige.
Ich versprach, Olga (seiner Ehefrau) und Irma (seiner Mutter) dieses Anliegen mitzuteilen.
Nicht zuletzt waren es aber auch die vielen Diskussionen, die wir führten und dass wir für alles eine Antwort hatten.

Der Platz war mit einigen Transparenten für die "5", gegen Posada Carriles und für Mumia Abu Jamal dekoriert.
Nicolas Rodrigo Miquea (Student für klassische Musik in Leipzig und Rostock) hatte extra einen Song für die "Cuban Five" geschrieben, vertont und vorgetragen. Mit kalten Fingern im starken Wind hatte er trotzdem viele Zuhörer und musste noch Zugaben bringen.
Zum Abschluss wurde noch ein Brief an den US-Botschafter in Berlin verabschiedet.
2 Fotografen hielten die Aktion in Bildern fest.

 
 
Publikum   Foto: Elisabeth Dietze

 
 
Edgar Göll   Foto: Elisabeth Dietze

 
 
Elisabeth Dietze   Foto: Gabriele Senft

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